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Workshop über Tsunami-Frühwarnung in Peru

29.4.16

Workshop über Tsunami-Frühwarnung in Peru

Am 29. April kamen deutsche und peruanische Experten zu einem Workshop zu Tsunami-Frühwarnung in Lima, Peru zusammen. Von deutscher Seite nahmen Vertreter des Deutschen Geoforschungszentrums (GFZ), des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Globalen Initiative Katastrophenrisikomanagement (GIKRM, GIZ) teil. Aus Peru waren die Direktion für Hydrographie und Seefahrt (DHN), das Peruanische Institut für Geophysik (IGP) und das Nationale Institut für Katastrophenschutz (INDECI) vertreten. Gemeinsam mit UNESCO in Lima hatte die GIZ das Treffen angeregt.

Der diesjährige Workshop in Lima setzte einen 2015 begonnenen Austausch zum Tsunami-Frühwarnsystem in Peru fort. Im Fokus des diesjährigen Treffens standen Methoden und Technologien, die schnelle und effiziente Frühwarnung vor Nahfeldtsunamis ermöglichen.

Die peruanischen Institutionen präsentierten zunächst ihre Fortschritte. Mit einer neuen Modellierungssoftware etwa lassen sich auf Basis seismischer Daten voraussichtliche Ankunftszeiten und Wellenhöhen von Tsunamis für verschiedene Küstenabschnitte errechnen und damit eine Entscheidungsgrundlage für die Reaktion bereitstellen. Darauf aufbauend streben die peruanischen Akteure geographisch differenzierte Tsunami-Warnmeldungen und Evakuierungen an.

Die deutsche Delegation präsentierte ihrerseits Lernerfahrungen aus dem langjährigen Forschungsvorhaben GITEWS in Indonesien, in dem technische und institutionelle Lösungen im dortigen Tsunami-Frühwarnsystem entwickelt und umgesetzt wurden. Diese Ansätze ermöglichen es, Modellierungen binnen 5 Minuten nach dem Erdbeben als Entscheidungsgrundlage bereitzustellen sowie subnational auf Evakuierungen vorbereitet zu sein. Der Ansatz ist für das peruanische System von Interesse, da beide Länder ähnlich gelagerten Herausforderungen gegenüberstehen, insb. kurzen Vorlaufzeiten bei Nahfeldtsunamis.

Am Ende betonten alle Parteien ihr Interesse an weiterem Austausch.