Share this site on social media
Print

Die GIKRM auf dem ersten humanitären Weltgipfel in Istanbul

24.5.16

Die GIKRM auf dem ersten humanitären Weltgipfel in Istanbul

125 Millionen Menschen weltweit sind dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen, mehr als 60 Millionen sind zurzeit auf der Flucht vor Kriegen, Konflikten und Verfolgung. Insgesamt waren in den letzten zwei Jahrzehnten mehr als 218 Millionen Menschen jährlich von Katastrophen betroffen. Vor diesem Hintergrund hat der Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-moon den ersten humanitären Weltgipfel einberufen, welcher vom 23.-24. Mai in Istanbul stattfand. Ziel war es eine zukunftsweisende Agenda zu beschließen, die eine Reform des humanitären Systems vorantreibt, sowie konkrete Maßnahmen und Verbindlichkeiten festzulegen, um Ländern eine bessere Vorbereitung und Reaktion auf Katastrophen zu ermöglichen und ihre Resilienz zu stärken. Der Gipfel fand auf höchster politischer Ebene statt und umfasste mehr als 5.000 Teilnehmer aus Regierungen, Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen und der Zivilgesellschaft.

Extreme Naturereignisse nehmen in Zahl und Intensität zu und gehen oftmals mit verheerenden humanitären Folgen einher. Daher fordert die Agenda des Generalsekretärs eine neue Schwerpunktsetzung weg vom reaktiven Katastrophenmanagement hin zu proaktivem Management von Katastrophenrisiken. Dafür sind Investitionen in die Stärkung von Kapazitäten im Katastrophenrisikomanagement und der Aufbau von neuen Partnerschaften, wie zum Beispiel mit dem Privatsektor, von besonderer Bedeutung. Das von der GIKRM und GIZ mitorganisierte Side Event „Public-Private Partnerships for Resilience and Localized Response” widmete sich insbesondere den Anreizen für ein integriertes Katastrophenrisikomanagement im Privatsektor. Der stellvertretende Vorstandssprecher der GIZ, Dr. Christoph Beier, wies darauf hin, dass Risikomanagement im Interesse eines jeden Unternehmens liegt. Zum einen reduziert es Verluste und Schäden, zum anderen steigert es den Wettbewerbsvorteil eines Unternehmens, indem es seine Kapazitäten im Katastrophenrisikomanagement gegenüber potenziellen Kunden demonstrieren, den Betrieb weiterführen und seinen vertraglichen Verpflichtungen auch im Katastrophenfall nachkommen kann.

Die GIKRM befasst sich insbesondere mit der Rolle des Privatsektors und arbeitet mit den Mitgliedern ihres Wirtschaftsnetzwerks daran, Katastrophenrisikomanagement und den Resilienzgedanken in deren Geschäftsmodelle zu integrieren und zusammen konkrete Lösungen zu entwickeln. Die GIKRM und GIZ kooperieren zudem mit der Asian Development Bank (ADB) und dem Asian Disaster Preparedness Center (ADPC), um die Resilienz von Kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Asien zu stärken. Dieser Ansatz wird in Zusammenarbeit mit den für KMU zuständigen Behörden, wie zum Beispiel dem Office of Small and Medium Enterprises Promotion (OSMEP) in Thailand, den Handelskammern und Katastrophenrisikomanagementbehörden entwickelt. Zu Beginn des Side Events erläuterte Fr. Natthamone Poomichai, Expertin für die Förderung von KMU bei OSMEP, dass der Aufbau einer von den zuständigen Regierungsstellen und Wirtschaftsverbänden getragenen „one-stop-Anlaufstelle“ für KMU zu allen Fragen des Katastrophenrisikomanagements im Vordergrund der gemeinsamen Bestrebungen steht.