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Suitability Model - Risiko-informierte Investitions- und Planungsprozesse

Die Herausforderung

Heutzutage wird allgemein akzeptiert, dass insbesondere in Ländern mit ausgeprägten Naturgefahren eine nachhaltige Entwicklung nur möglich ist, wenn Klima- und Katastrophenrisiken in der Entwicklungs- und Investitionsplanung berücksichtigt werden. Viele Länder haben speziell beauftragte nationale Behörden und internationale und nationale staatliche und nicht-staatliche Partner, die Daten und Informationen über Klima- und Katastrophenrisiken produzieren und verbreiten. Lokale Regierungen nutzen diese Daten, um ihre Entscheidungsprozesse zu unterstützen. Allerdings geben die gängigen Methoden der Risikobewertung nur Informationen über vordefinierte Bereiche des Landes in bestimmten Risikokategorien. Was diese Methoden nicht bieten können sind Informationen über die zu erwartenden Schäden und Verluste durch verschiedene Gefahren, und die Auswirkung der Risiken in Bezug auf die verschiedenen Entwicklungsmöglichkeiten (z.B. Bau von Wohngebäuden, Anbau von bestimmten Nutzpflanzen). Gerade diese Informationen sind allerdings essentiell für Provinz- und Kommunalverwaltungen, um risiko-informierte Landnutzungs- und Investitionsentscheidungen zu treffen.

Als Antwort auf diese Herausforderung hat die GIZ im Rahmen der Globalen Initiative Katastrophenrisikomanagement (GIKRM) ein Eignungsmodel (Suitability Model) entwickelt, welches die potenziellen ökonomischen Schäden für eine bestimmte Landnutzungs- oder Investitionsart (z.B. Gebäude, Infrastrukturen) in einem eingegrenzten Gebiet aufzeigt. Die Methodologie für das Suitability Model wurde nach dem Taifun Haiyan in Leyte, Philippinen, entwickelt und richtete sich damals auf die möglichen Risiken beim Bau von Wohngebäuden.

Unser Ziel

Das Suitability Model beinhaltet einfach zu verstehende und direkt anwendbare Informationen für Landnutzungs- und Investitionsentscheidungen. Das Eignungsmodel stellt kontextspezifische Quantifizierungen von Risiken in einem definierten Gebiet dar und nutzt dabei die Informationen von existierenden Gefährdungskarten. Das Eignungsmodel gibt die potenziellen ökonomischen Schäden für eine bestimmte Landnutzungs- oder Investitionsart (z.B. Gebäude, Infrastrukturen) in einem eingegrenzten Gebiet in Prozent des Wertes pro Jahr an. Dadurch können die zu erwartenden Schäden leicht in jeden anderen Wert übersetzt werden, je nach Kundenwunsch.

Unser Ansatz

Basierend auf dem Erfolg von traditionellen Risiko- und Gefährdungskarten unterstützt das Suitability Model Entscheidungsträger in der Analyse und effizienten Nutzung der bereitgestellten Informationen. Traditionelle Versuche Risikodaten in Entscheidungsprozesse zu integrieren setzen voraus, dass die Nutzer gut geschult sind in der Analyse von Risiko- und Gefährdungskarten. Die nötige Einarbeitung benötigt viel Zeit und einen großen Lernaufwand von Seiten der lokalen Entscheidungsträger. Das hohe Arbeitspensum, häufige Personalwechsel und kurze Wahlperioden in unseren Partnerländern verstärken das Problem zusätzlich. Das Suitability Model basiert auf den Stärken der existierenden Ansätze und schafft einen zusätzlichen Mehrwert. Anstatt den Nutzern eine neue Sprache beizubringen, werden die risikorelevanten Informationen in ihre Sprache übersetzt. Die Nutzer können einfachen Schritt-für-Schritt Anleitungen folgen, um das Eignungsmodels zu erstellen. Das Ergebnis beinhaltet genaue Informationen über flächenspezifische Risiken, die Mehrfachgefahren, Vulnerabilitäten, Exposition, Rückkehrperioden und Klimaprojektionen sowie deren Auswirkungen auf bestimmte Entwicklungsoptionen beinhalten. Die Informationen werden als Risikoindikator präsentiert, der von den Nutzern leicht zu verstehen ist, wie zum Beispiel die zu erwartenden ökonomischen Schäden in Prozent pro Jahr. Dadurch können die relevanten Entscheidungsträger mühelos Entscheidungen in Bezug auf Landnutzung und Investitionsmöglichkeiten treffen. Die Nutzung des Suitability Model reduziert die Investitions- und Planungsunsicherheiten erheblich, und stärkt gleichzeitig die lokale Wirtschaft und Infrastruktur.

Unsere Partner

In den Philippinen kooperiert die GIKRM mit einer Reihe von Partnern, um die Entwicklung und die Pilotierung des Suitability Models zu begleiten. Dazu gehören unter anderem die Local Government Academy (LGA) vom Department of the Interior and Local Government (DILG), die Philippine National Economic Planning Authority Region 8, das Metro Cebu Development and Coordination Board (MCDCB) und Lokalregierungen und Wissenschaftler.

Die Implementierung des Suitability Models in der Provinz Cebu wurde gemeinsam mit der Lokalregierung Cebu, dem Phil-LiDAR Forschungszentrum, der Universität von San Carlos und der Ramon Aboitiz Foundation Incorporated (RAFI) durchgeführt.

In Vietnam wird das Eignungsmodel in dem SECO finanzierten Mekong Urban Flood Resilience and Drainage Program in den Städten Cam Mau, Rach Gia und Long Xuyen in den drei aneinandergrenzenden Provinzen Ca Mau, Ang Giang und Kien Giang angewandt.

Zusätzlich ist eine Pilotierung des Suitability Models im Rahmen des vom BMUB in Auftrag gegebenen “Risiko-basierten nationalen Anpassungsplan” (Risk-NAP) Projektes geplant in Zusammenarbeit mit dem Office of Natural Resources and Environmental Policy and Planning (ONEP) und GIZ Thailand.