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Local Flood Early Warning Systems - LFEWS

Die Herausforderung

Lokale Extremwetterereignisse wie regional begrenzte Starkniederschläge nehmen an Häufigkeit und Intensität zu, werden aber von den nationalen Warnzentren nur begrenzt erfasst. Besonders in kleinen und mittleren Flusseinzugsgebieten steigen die Pegel extrem schnell an. Die Vorwarnzeiten sind, sofern sie überhaupt erfolgen, sehr kurz. Die unzureichende Erfassung solcher häufig wiederkehrenden Ereignisse stellt die lokale Bevölkerung und Verwaltung, in Kombination mit begrenzt vorhandenen Bewältigungsstrategien, vor große Herausforderungen.

Unser Ziel

Ziel ist es, zur Minderung von Schäden und Verlusten durch Flutereignisse ein flexibles, robustes und kostengünstiges Frühwarnsystem anzubieten, das von lokalen Verwaltungsstellen betrieben werden kann und die lokale Bevölkerung befähigt, frühzeitig und adäquat auf präzise Warnmeldungen zu reagieren. So können Evakuierungen rechtzeitig eingeleitet und Sachgüter in Sicherheit gebracht werden. Auf diese Weise wird auf lokaler Ebene ein Beitrag zu einem umfassenden und nachhaltigen Katastrophenrisikomanagement geleistet.

Unser Ansatz

Der von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH auf den Philippinen entwickelte, integrierte Ansatz der lokalen Flutfrühwarnsysteme (LFEWS) vereint die Kapazitäten der nationalen Wetterbehörde, der lokalen Verwaltungsstrukturen und der Bevölkerung. Dieser Ansatz konzentriert sich auf kleine bis mittlere Flusseinzugsgebiete, ist an die örtlichen Gegebenheiten angepasst und wird, wenn notwendig, mit GIS-Daten und Satelliteninformationen ergänzt. Die Daten zur Ausdehnung und Häufigkeit steigender Wasserstände bieten wichtige Informationen für die Erstellung von Risikokarten, auf deren Grundlage wiederum Flächennutzungspläne erstellt oder angepasst werden können.

Die Vermeidung von Schäden und Verlusten durch Flutereignisse entlastet Privathaushalte und Bezirksbudgets und trägt so zur Finanzierung der Unterhaltskosten des LFEWS bei.

Der LFEWS-Ansatz umfasst alle vier Säulen eines effektiven „End-to-End“-Frühwarnsystems:

Misst das Frühwarnsystem stromaufwärts einen potenziell gefährlichen Anstieg des Wasserpegels in Folge von Starkregen, sendet es diese Daten umgehend an eine regionale Einsatzzentrale. Diese informiert die Bezirke in der Umgebung, von denen aus die Warnmeldung entsprechend der vorab vereinbarten Warnstufen über einfache, aber wirksame Kommunikationswege an die Bevölkerung weitergegeben wird. Dafür werden Katastrophenbeauftragte und Behörden in den Bezirken ausgebildet und ausgerüstet. Ein Netzwerk aus Evakuierungszentren bietet den Menschen im Ernstfall erste Anlaufstationen. Um die Frühwarnsysteme herum entstehen so grundlegende Mechanismen des Katastrophenrisikomanagements, von dem auch abgelegene Gemeinden auf Dauer profitieren können.

Im Rahmen der GIKRM soll der Ansatz in anderen Regionen mit vergleichbarem Risikoprofil repliziert werden. In Vietnam läuft dazu seit 2014 eine Pilotmaßnahme. In Myanmar und Thailand fanden in 2014 Erkundungsmissionen statt.

Neben der angepassten Replikation des bewährten Lösungsansatzes ist im Rahmen der GIKRM eine Weiterentwicklung durch die Integration innovativer Technologien vorgesehen. Diese soll z.B. auch die systematische Verknüpfung mit nationalen Frühwarnsystemen, etwa für Tsunamis oder Zyklone, erlauben. Die lokal geschaffenen Strukturen ermöglichen damit auch eine schnelle und angemessene Reaktion auf nationale Warnmeldungen.

Neben der besseren Frühwarnung im Falle von Starkniederschlägen und Sturzfluten liegt ein weiterer Schwerpunkt in der Erfassung von Hangrutschungen und dem Aufbau entsprechender Frühwarnmechanismen. Hierzu laufen seit 2010 verschiedene Pilotmaßnahmen, um z.B. leistungsfähige Sensoren zu erproben.

Unsere Partner

Gemeinsam mit den philippinischen Partnern, u.a. den Gemeindeverwaltungen sowie dem Department of Science and Technology (DOST) und der Philippine Atmospheric, Geophysical and Astronomical Services Administration (PAGASA) werden seit 2007 in zwölf Provinzen des Landes insgesamt 16 lokale Flutfrühwarnsysteme erfolgreich betrieben, von denen rund 750.000 Menschen unmittelbar profitieren.

Zur Weiterentwicklung des LFEWS-Ansatzes kooperiert die GIKRM seit 2014 insbesondere mit der Universität Potsdam.

Besonders eng arbeitet die GIKRM auch mit den GIZ Projektteams in Thailand, Vietnam und auf den Philippinen zusammen. Hierbei handelt es sich um folgende drei Vorhaben: